John Grisham - Das Geständnis

Verlag

Heyne

Erscheinungsjahr

2012 erstmals als Taschenbuch erschienen

ISBN-13

978-3453409491

ISBN-10

3453409493

Klappentext

Als ein gebrechlich wirkende Mann in seinem Büro auftaucht, kann Reverend Keith Schroeder nicht ahnen, dass diese Begegnung sein Leben für immer verändern wird. Der Mann, der sich als Travis Boyette vorstellt, bittet um ein Gespräch. Er sei sterbenskrank und wolle vor seinem Tod sein Gewissen erleichtern. Schroeder erkennt schnell, dass es dem Mann um mehr geht als um bloße Seelsorge. Doch als Boyette weiterspricht, verschlägt es dem Reverend die Sprache. In allen Einzelheiten gesteht Boyette eine Tat, für die er nie belangt wurde: die Vergewaltigung und den Mord an der siebzehnjährigen Nicole Yarber. Das Mädchen war vor Jahren verschwunden, ihr Leichnam wurde nie gefunden. Trotzdem kam es zu einer Verurteilung. Ein damaliger Mitschüler Nicoles, der Afroamerikaner Donté Drumm, wurde kurz nach seiner Verhaftung für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. In vier Tagen soll Donté Drumm hingerichtet werden. Reverend Keith Schroeder steht vor der Herausforderung seines Lebens.

Rezension

Ich bin sehr zwiegespalten bei der Bewertung des Buches. Vielleicht sollte ich damit beginnen, worum es geht, bevor ich meinen Zwiespalt erkläre: Donté Drum, ein aufstrebender Football-Spieler, wird wegen des Mordes an einer Mitschülerin 1998 verhaftet und in einem aufsehenerregenden Prozess von einem texanischen Gericht zum Tode verurteilt. Er sitzt daraufhin neun Jahre in der Todeszelle. Trotz von seinem Anwalt immer wieder vorgebrachter Anträge auf erneute Prüfung des Urteils hält der Staat Texas am Urteil fest und setzt einen Termin für die Hinrichtung an.
Nicht einmal eine Woche vor der geplanten Hinrichtung Drums meldet sich Travis Boyette, ein mehrfach verurteilter Sexualstraftäter, der fast sein ganzes erwachsenes Leben im Gefängnis verbracht hat, bei Reverend Keith Schroeder und beichtet den Mord an der Cheerleaderin. Keith versucht, zusammen mit Drums Anwalt, noch alles, um eine Vollstreckung des Urteils zu verhindern, scheitert aber. Es kommt zu massiven Rasseunruhen.

Kritik: Besonders die Szenen der ersten Hälfte sind temporeich geschrieben und wirklich spannend. Man erhält Einblick in die Psyche Donté Drums und erlebt hautnah mit, wie Keith und Travis versuchen, rechtzeitig vor der Vollstreckung des Urteils in Slone (TX) anzukommen. Insofern wirklich ein Page-Turner.

Allerdings betreibt Grisham für meinen Geschmack viel zu viel schwarz-weiß-Malerei, wobei er die Schwarzen als Opfer und die Weißen als Täter darstellt. Es entspricht sicherlich der Wahrheit, dass der schwarze Anteil der texanischen Bevölkerung häufig kein einfaches Leben hat, aber die Darstellung ist mir zu generalistisch. Unabhängig von der Haltung der Polizei wird es als "verständlich" dargestellt, dass die schwarze Bevölkerung Gemeinschaftseinrichtungen der weißen Bevölkerung in Schutt und Asche legt.

Resümee

John Grisham macht kein Geheimnis daraus, dass er in die Recherche für seine Romane nicht allzu viel Zeit investiert. Das merkt man hier leider sehr stark. Trotz des temporeichen Anfangs und der wirklich flüssigen Schreibweise vergebe ich deshalb nur 2 von 6 Büchern.